Donnerstag, 16. Juni 2016

Warum haben sie geschwiegen? 

Blog zur Veranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und des Roncalli-Forums Karlsruhe am 22. Juni 2016


Das Thema der Veranstaltung wird die Frage sein, warum die meisten Angehörigen der Kriegsgeneration nach 1945 wenig oder nichts über die Zeit der Naziherrschaft und den Krieg erzählt haben. 

In der Veranstaltung werde ich aus drei verschiedenen Büchern lesen, aus denen sich das Schweigen unserer Väter und Großväter zum Teil erklären lässt, bzw. wie wir mit der Zeit zwischen 1933 - 1945 umgehen könnten, um Wiederholungen zu vermeiden.  
Lesen werde ich aus: 
  • Die Stalinorgel, Gert Ledig, Suhrkamp-Verlag 2003, ISBN 3-518-39962-4. Der Roman erschien das erste Mal 1955 und wurde ein internationaler Erfolg.Inhalt des Romans ist der Kampf um eine Höhe bei Leningrad. Gert Ledig war selbst Kriegsteilnehmer und wurde bei Stalingrad mehrfach verwundet. 
  • Warum folgten sie Hitler?, Stephan Marks, Patmos-Verlag 2014, ISBN 978-8436-0053-8. Stephan Marks ist Sozialwissenschaftler  und war Leiter des Forschungsprojekts "Geschichte und Erinnerung". In Warum folgten sie Hitler? werden ehemalige Nazis interviewt. Marks versucht zu verstehen, worin die Faszination des sog. 3. Reiches bestand und warum nach dem Krieg das Erinnern an diese Zeit so schwer fällt. 
  • Nur der Tod vergisst, Peter Hakenjos, G.Braun-Buchverlag 2014, heute: Der Kleine Buchverlag Karlsruhe, ISBN 978-3-7650-8646-5. Als Angehöriger der Nachkriegsgeneration, ich wurde 1948 geboren, habe ich versucht, mich der Generation meines Vaters anzunähern. In fast allen Romanen über diese Zeit sind die Protagonisten Opfer des Regimes oder befinden sich im Widerstand. Der Protagonist Ulf Lahner ist überzeugter Nazi. Ich habe den Versuch unternommen, ohne Schuld auszuklammern, das Verzeihen und die Versöhnung der ehemaligen Kriegsgegner in den Vordergrund zu stellen.

Wir können nur aus der Vergangenheit nur lernen, wenn wir diese Generation verstehen und sie in unsere Erinnerungskultur einbeziehen.

Da sicherlich die Zeit nicht ausreicht, um alle Fragen zu diskutieren, würde ich mich freuen, wenn wir hier in diesem Blog das Thema weiter behandeln könnten. Über Ihre Beiträge würde ich mich sehr freuen.

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